Zehn Fragen an Katharina v Haderer

Todesmutig habe ich mich das erste Mal getraut einen Autor anzuschreiben und um ein kleines Interview zu bitten.

Katharina war so lieb sie mir zu beantworten und ich möchte euch diese Antworten nicht vorenthalten.

Fünf Fragen zu Katharina v. Haderer

  • Kannst du dich an die erste Geschichte erinnern, die du geschrieben hast?

Mein erstes Buch wollte ich im Grundschulalter schreiben, da ich zu diesem Zeitpunkt noch limitierte Computerrechte besaß, auf der Schreibmaschine meine Mutter. 2,5 A4-Seiten sind es wohl geworden.  Wirklich erinnern, worum es ging, kann ich mich nicht . Dafür erinnere mich an mein zweites „Buch“. Ungefähr 25 Seiten mit der Maschine – und es startet mit einem Ritterturnier (oder -tunier, wie ich damals schrieb), an dessen Ende ein Ritter in grüner Rüstung sich am Siegespodest als Frau entpuppte. Ziemlich geil. Sollte ich mal wieder aufnehmen.

  • Bei wie vielen Verlegern hast du dich, bzw. dein Werk vorgestellt bevor das erste Buch von dir Veröffentlicht wurde?

Unzählige, so fühlt es sich zumindest an, 30-40 verschiedene Verlage werden es wohl in Wirklichkeit gewesen sein. Eigentlich hatte ich gar nicht mehr vor, mich zu bewerben. Ich war als Selfpublisherin unterwegs und rechnete mir nach wenigen Absagen und viel mehr ignorierten Einsendungen eigentlich keine Chance aus. Dann motivierten mich zwei Freunde unabhängig voneinander, mich bei meinem jetzigen Verlag zu bewerben. „Blue Scales“ schickte ich nur an diesen einen Verlag. Und der ist es dann geworden.

  • Deine Größte Motivaton beim Schreiben?

Puh, also diese Frage kann ich jetzt ad hoc gar nicht beantworten. Schreiben ist ein innerer Drang, ich habe damit als Kind angefangen und nie damit aufgehört. Schreibe ich nicht, werde ich unruhig und unzufrieden. Man möchte einfach, dass etwas weitergeht.

  • Bist du ein chaotischer Schreiber, der sich selbst immer wieder überrascht oder muss dein Plot bereits fertig sein und du formulierst „nur noch“ aus?

Prinzipiell bin ich ein recht chaotischer Mensch, aber nicht beim Schreiben. Der rote Faden muss stehen, bevor ich ein Buch beginne. Was nicht heißt, dass sich die Linie nicht ändern kann. Schreiben ist wie das Leben – plötzlich tun sich neue Wege auf oder ein Charakter fühlt anders, als man es sich vorgestellt hat.

  • Welche Musik würde bei deinem Einzug zu deinem eigenen Box-Match laufen?

Ok, da muss ich mir meine Playlist ansehen. Prinzipiell würde ich vermutlich nicht bei einem Boxkampf auftreten, eher bei einem Zaubererduell. Vielleicht Spitfire von The Prodigy?

Fünf Fragen zu den Drachen von Talanis

  • Mit welchem Satz begann für dich die Geschichte um die Drachen von Talanis?

Also bei mir beginnen Büchern immer mit speziellen Szenen, die in meinem Kopf auftauchen. Welche das bei Blue Scales war, kann ich allerdings nicht mehr sagen!

  • Warum hast du gerade die Asiatischen Drachen und damit auch die Kultur gewählt?

In meiner Welt gibt es diesen ominösen Kontinent „Talanis“, der manchmal von der Landkarte verschwindet und wieder auftaucht. In meinem Kopf hat sich dort immer eine mysteriöse, fernöstlich inspirierte Kultur befunden, allerdings hatte ich bisher noch kein Buch geschrieben, das Berührungspunkte dazu hatte. Das Thema Migration und Integration finde ich generell spannend, gerade was Migranten aus zweiter oder dritte Generation betrifft, die zwischen den Stühlen von alter und neuer Kultur sitzen. Als ich die ersten Szenen zu Blue Scales im Kopf hatte, befand sich Christie automatisch in dieser Rolle als Einwanderin zweiter Generation. Durch die späte Besiedelung Vespers sind alle Einwanderer, egal ob sie nun aus Aurora, Gilebret, Talanis oder sonstwo stammen.
Wie ich zu der Idee mit den Drachenwandlern gekommen bin, kann ich momentan gar nicht mehr sagen. Ich arbeite gedanklich seit Jahren an diesen Büchern, weswegen ich natürlich auch schon wieder viele Ideen verworfen habe.
Generell gilt zu sagen: Ich finde die ostasiatische Kultur sehr spannend, v.a. auch die mythologischen Motive. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich Begrifflichkeiten aus der realen Welt übernehmen soll und ob ich jemanden damit beleidigen oder irritieren könnte. Es wäre mir allerdings sehr seltsam vorgekommen, hätte ich Begriffe komplett frei erfunden. Ich habe mir vorgestellt, wie es für mich wäre, wenn ich einen Roman lesen würde, der versucht, „Deutsch“ oder damit verbundene Details nachzuahmen, fand das ziemlich blöd und habe mich daher entschlossen, mich an Namen, Begriffen und Elementen der koreanischen, japanischen und chinesischen Kultur zu orientieren. Diese werden in Form der drei Bevölkerungsgruppen von Talanis repräsentiert.

  • Es gibt ja diesen Mini Spin Off über die reizende Katze. Wird es noch weitere Spin Offs geben?

Ich habe eine Kurzgeschichte der „Wenn Drachen fliegen“-Anthologie beigesteuert, eigentlich war dazu die „Lisbeth“-Novelle geplant gewesen, die aber dann zu gewaltige Dimensionen dafür annahm. Die andere Kurzgeschichte heißt „Brave Boys“ und erzählt eine Kindheitsepisode aus dem Leben von Christies Ziehvater Long. Momentan habe ich noch nichts weiteres geplant, vielleicht gibt es ja etwas von LeserInnenseite, das mich anstößt.

  • Gab es einen Charakter den du ganz anders geplant hast, der aber nicht so wollte wie du?

Dass Vanessa überhaupt als namentlich genannter Charakter ausgearbeitet wird, hat sich erst im Laufe des Buches ergeben. Sie war plötzlich da, und als ich die anderen Szenen schrieb, ging sie nicht mehr aus dem Bild. Ihre Rolle war vorher nicht geplant!

  • Gibt es schon einen groben Termin für den zweiten Teil?

Teil 2 wird im Sommer oder Frühherbst erscheinen, einen genauen Termin haben wir noch nicht festgelegt.

Blue Scales und andere Bücher, die Katharina geschrieben habt könnt ihr hier erwerben:

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