Tanja Heitmann – Wintermond ♥♥♥♡♡

Tanja Heitmann - Wintermond ♥♥♥♡♡

5138JfCVNKLFlieh vor den Schatten der Nacht! In den Schatten der Stadt verbergen sich Geschöpfe, die so dunkel und bedrohlich sind, dass die Menschen ihre Existenz verleugnen. Für Meta aber werden sie erschreckende Wirklichkeit. Nach einer leidenschaftlichen Nacht mit dem undurchschaubaren David verbindet eine tiefe Sehnsucht sie mit dem seltsam wilden jungen Mann. Doch in David lauert ein Wolfsdämon und sein Rudel verfolgt eigene finstere Pläne…

Was soll ich sagen?

Ich habe dieses Buch in der „ab 14“ Abteilung des örtlichen Spielwarenladens gefunden und dort aus der „Mängelexpemplar“ Kiste herausgezogen.

Auf dem Cover steht darauf, dass es die deutsche Antwort auf „Biss“ ist und ich war neugierig.

Ich lese ja öfters und durch aus gerne Jugendfantasy, gerade zur Zeit, weil der eben nicht so übertrieben brutal und Sexistisch ist, wie vieles, was im Erwachsenen Bereich gerade angeboten wird.

Dazu gab es vor ein paar Tagen hier den Artikel „Game of Thrones Effekt“ und ich werde auf diesen Trend hier nicht weiter eingehen.“

Die Rezension zu Wintermond hat ganz schön auf sich warten lassen. Das hat zwei Gründe. Zum einen hat mir das Buch ganz gut gefallen. Zum anderen hat es nichts in der Jugendbuchabteilung zu suchen. Bis zu diesem Zeitpunkt bin ich mir nicht sicher, ob ich es als Jugendbuch rezensieren soll. Immerhin ist es als solches ausgezeichnet. Oder ob ich es als Buch für Erwachsene rezensieren soll, denn das ist es meiner Meinung nach.

Es wird in dieser Rezension den einen oder anderen Spoiler geben, wer das Buch also noch lesen möchte ist hiermit gewarnt und möchte gleich zum Fazit springen.

Um was geht es also.

Es geht um Meta. Sie ist Anfang dreißig und arbeitet in einer angesehenen Galerie.  In einer Stadt in der kaum jemand freiwillig durch die Straßen schlendert. Warum das so ist, weiß keiner der Einwohner, es scheint einfach normal zu sein, die Zeit im freien auf so kurz wie möglich zu beschränken. Natürlich nicht im Ausgehviertel im Sommer aber sonst schon.

Wir treffen Meta das erste Mal in einer Bar, in der sie mit ihren Freundinnen eingekehrt ist. „Freundinnen“ ist dabei vielleicht etwas irreführend, es sind eher die Damen mit denen sie sich umgibt, da sie optisch und gesellschaftlich scheinbar zu ihr passen. Das heißt, sie sind alle sehr dürr, da sie nur das nötigste essen (in diesem Fall den Tapasteller fast unangerührt zurück gehen lassen, die bösen, bösen Kalorien aber auch!) Ansonsten haben sie nicht viel gemeinsam, außer vielleicht, dass sie gerne Spitzen verteilen. Vor allem in Richtung Meta, denn ihr Lebensgefährte Klaus hat sich gerade, mal wieder, eine Auszeit genommen. Diese nutzt er regelmäßig um sich dem restlichen schönen Geschlecht zuzuwenden. Sozusagen allen, außer Meta, die ihn jedoch trotzdem immer wieder zurück nimmt. Schon zu Anfang des Buches ist Meta gut angeheitert und innerhalb der ersten Seite steigert sich das, bis sie so betrunken ist, dass sie kaum noch gerade laufen kann.

Gerade in diesem Zustand verlässt sie die Bar, ohne ihre Begleiterinnen und stolpert in die nächste Disco, in der sie noch mehr trinkt.

Nicht so tragisch, dort ist David, der gut riechende Kerl, auf den sie wie magnetisch angezogen zusteuert und dieser zögert auch nicht lange, sondern nimmt sie mit nach Hause.

Was im Klappentext als leidenschaftliche Nacht beschrieben wird ist Sex mit einer unzurechnungsfähigen, betrunkenen Frau. Der vom Alkohol so schlecht ist, dass sie bei jeder Bewegung fast kotzen muss. Nennt mich altmodisch, aber Leidenschaft stelle ich mir anders vor.

David wirft sie am nächsten Tag gleich mal aus der Wohnung, denn er hat ein eigenes düsteres Geheimnis. Er beherbergt einen Wolfsdämon und der wiederrum frisst gerne Frauen. Also eigentlich nicht sein Wolfsdämon aber so generell jeder Wolfsdämon, oder auch nicht, aber das ist zu weit vorgegriffen.

Innerhalb weniger Seiten kommen wir über Leichenentsorgung zu Menschenhandel und Misshandlung. Als David vor die Wahl gestellt wird eine Frau zu töten um im Rudel aufzusteigen ermordet er stattdessen einen der hochrangigen Helfer des Alphas und steigt damit selbst im Rang ungeahnt auf. Leider rettet das die Frau auch nicht, die wird nämlich trotzdem zum Hauptgericht für das Rudel.

Ab hier beginnt die Besserung. Langsam wird scheinbar auch den Protagonisten klar, dass es so nicht weiter gehen kann und sie befassen sich ernsthaft damit, ihr Leben zu ändern. Zum Ende hin wird es nicht nur spannend, sondern wir erfahren noch mehr über das Leben als Wolfsdämon, über die Ränge im Rudel und wie das Rudel wurde, was es nun ist.

 

Fazit:

Wenn man das Buch nicht als Jugendbuch betrachtet hat es durchaus 4 Sterne verdient. Es holpert an der einen oder anderen Stelle aber das Lesevernügen war durchaus vorhanden und nur, weil ich es unter falschen Voraussetzungen angefangen hab, macht es das Buch ja nicht schlecht. Die Idee, mit der Tanja Heitmann das Werwolfsthema umgesetzt hat fand ich sogar sehr gut.

Was es schlecht macht ist den Verlag. Denn Lieber Heyne Verlag, wie kann es sein das dieses Buch unter Jugendfantasy gelistet wurde? Warum müssen Kinder ab 14 Jahre lesen wie cool es ist, ständig betrunken zu sein, oder einen Drink zu brauchen? Wieso sind scheinbar alle Einverstanden und sehen es als IHREN Fehler, dass ihr Freund sich ständig Auszeiten nimmt? Nein, dafür habe ich kein Verständnis. Man könnte jetzt damit Argumentieren, dass sie sowohl ihren Magerwahn, als auch ihren falschen Freundeskreis hinter sich lässt, aber gerade für Kinder ist die Message in dem Buch doch immer noch „Magersüchtig und sich der Masse anpassend hat sie ihren Traumjob gefunden.“

Das Buch bekommt von mir 4 Sterne als Erwachsenenroman und 1 Stern als Jugendroman, dass die sich gegenseitig nicht addieren dürfte ja klar sein.

In diesem Sinne wünsche ich jedem angenehmes Leseverngügen.

P.S. Das Cover finde ich übrigens sehr hübsch, fließt aber nicht in die Sternebewertung mit ein.

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