(Rezension) Brend Weeks – Der Weg in die Schatten ♥♥♥♡♡

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Klappentext: Durzo Blint ist ein gefährlicher Mann, ein unübertroffener Meister in der Kunst des Tötens. Doch für den Gassenjungen Azoth ist der gefürchtete Meuchelmörder die einzige Chance, am Leben zu bleiben – denn der allgegenwärtige Hunger und die Schrecken der Straße würden für Azoth über kurz oder lang den sicheren Tod bedeuten. Doch Durzo Blint ist in der Auswahl seiner Lehrlinge äußerst wählerisch – und es ist gut möglich, dass der Weg in die Schatten einen weit höheren Preis fordert, als Azoth es sich je vorstellen konnte …

Cover: Das Cover ist einerseits recht schlicht gehalten, andererseits durchaus verspielt. Es stellt sich sehr schnell heraus, dass auf dem Cover nicht, der im Klappentext beschriebene Auftragsmörder zu sehen ist, sondern eher dass, was aus Azoth einmal werden soll.

Zu der Geschichte:

Azoth hat es nicht leicht. Er wächst in einer Kindergilde auf, in der er eher das unterste Rad ist. Der aufstrebende Führer der Gruppe ist ein grausamer Kerl, der auch vor den härtesten Bestrafungen und grausamen Methoden nicht zurückschreckt.

Das alles hat den Charakter von Azoth geprägt und macht aus ihm eine geduckte, verängstigte Persönlichkeit. Der Autor bringt dies sehr gut rüber. In der kurzen Zeit, die wir miterleben wird er geschlagen, terrorisiert, unfreiwillig zu einem Symbol gemacht. Er muss zusehen, wie sein bester Freund immer und immer wieder misshandelt wird.

Doch er hat einen Plan. Er möchte bei dem berühmtesten Blutjungen in Lehre gehen.

Obwohl Azoth sehr gut beschrieben ist, wurde ich auf den ersten 150 Seiten des Buches nicht sonderlich warm mit ihm. Er ist eine vom Leben gezeichnete Persönlichkeit und verdient auf jeden Fall das Mitleid des Lesers, doch wie gerade dieser von Selbstzweifeln zerfressene Junge es schafft dem berüchtigten Auftragskiller Durzo Blint nicht einmal, sondern mehrmals zu trotzen und sich so zu seinem Lehrling zu machen ist für mich immer noch schleierhaft. Die Carakterentwiklung dagegen ist immens.

Gerade während der gut eingebauten Zeitsprünge entwickelt sich Azoth immer weiter zu dem, was er einmal sein möchte, auch wenn er dafür alles was er kannte und jeden den er liebte zurücklassen muss.

Obwohl man über seinen Lehrmeister einiges erfährt, bleibt er ein Schatten, was ich persönlich schade finde. Denn auch dieser Charakter hätte viel Potential gehabt. Der Autor schafft es die menschlichen Abgründe zu zeichnen, ohne sie zu detailliert auszufüllen, er spielt mit den Klischees, ohne sie dabei zu sehr zu vertiefen und so ergibt sich nach anfänglichen Leseschwierigkeiten doch ein wundervoll abgerundetes Buch.

Wer sich also darauf einlässt, erhält eine liebevoll ausgearbeitete Welt, in der nicht alles schillert und glänzt. Deren dunkle Seiten einen dafür umso mehr begeistern.

Ich gebe 4 von 5 Hundenasen. Denn schlussendlich hat mich ein Großteil des Buches so gefesselt, dass es mir jetzt eine Nacht Schlaf schuldet und ich bin gespannt, ob Band 2 und 3 dem gerecht werden.

 

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