Nicht noch so ein Blogbeitrag über Dark Romance

Nicht noch so ein Blogartikel über Dark Romance!

In der letzten Zeit geht es in den buchigen Seiten des Internets heiß her. Was mir beim verfassen des Artikels Der Game of Thrones Effekt aufgefallen ist greift auch auf einen anderen Bereich der Buchwelt ohne Rücksicht über.

Ich spreche hierbei natürlich, wie so viele andere, um die Liebesromane, die eigentlich so gar keine sind. Aber ich möchte nicht nur über diese Bücher sprechen, sondern auch den Umgang mit ihnen.

Beginnen wir mit einem ganz wichtigen Satz. Ich verurteile niemanden, wegen den Büchern die er liest und genauso hoffe ich nicht wegen Büchern, die ich gerne lese verurteilt werden. Was aus meiner Sicht einfach der Wahrheit entspricht und von der Bücherverschlingerin gut dargestellt wurde ist: Viele der Geschichten zeigen eine untergeordnete Frau, die sich selbst mehr oder weniger aufgibt um ihrem Freund zu gefallen. Ja, nach dem 5ten Buch wird es langweilig, ging zumindest mir so, aber der ein oder andere liest da eben trotzdem gerne weiter. Es gibt auch Bücher in denen das am Rande passiert und im ersten Moment gar nicht so auffällt, weil er ist ja kein Mensch, warum sollte er nach menschlichen Regeln spielen?

Hier sehe ich, wenn ich ehrlich bin kein Problem.

Warum tue ich das nicht?

Fantasien und Fiktion. Jeder von uns hat Fantasien, die er niemals wirklich ausleben würde, diese aber hin und wieder gerne bei fiktiven Charakteren liest.

Ich würde niemals mit meinem Bruder schlafen, dennoch finde ich die Dynamik zwischen Cersei und Jamie wirklich interessant.

Aber hier kommen wir zu dem wichtigen Punkt.

Ich bin erwachsen. Ich habe mir meine Meinung gebildet. Meine mittlerweile 7 Jährige Beziehung ist bestmöglich auf BEIDE Partner ausgelegt. Ich kann es heiß finden, wenn eine Protagonistin an eine Wand gedrückt und geküsst wird, ohne zu denken es ist in Ordnung, wenn ein Fremder das mit mir macht, nur weil er gut aussieht und vielleicht auch noch Geld hat.

Es gibt jedoch einen großen Markt an Menschen bei denen das noch nicht so ist. Ich rede dabei von den vielen Jugendlichen, die sich selbst noch finden müssen. Die noch nicht wissen, wer sie selbst sind. Dieses „Marktanteil“ gilt es zu schützen.

Es kann nicht sein, dass 12 Jährige in der Straßenbahn darüber reden, dass sie sich gerne mal von einem Christian Grey auspeitschen lassen würden oder das 14 Jährige glauben, es sei in Ordnung mit 17 sein Geld mit Strippen oder Dealen zu verdienen, weil man ja sonst keinen Job machen kann der richtig Kohle bringt.

Es kann auch nicht sein, dass unsere Töchter glauben, sie müssen sich bedingungslos Unterordnen und auf Kommando die Beine breit zu machen haben, denn wenn er dich liebt dann muss man das ja. (Mein Hund liebt mich und hinterfragt jedes Sitz Kommando, es ist also durchaus Möglich jemanden zu lieben und man selbst zu bleiben) Es ist auch nicht in Ordnung, dass unseren Söhnen erzählt wird: „Die Mädels wollen das so, also behandele sie so.“

Genau dort beginnt das Problem. Gerne wird hier damit argumentiert, dass die Bücher aus dem Festaverlag doch wesentlich schlimmer sind. Dazu muss ich sagen Ja und Nein. Die Bücher aus dem Festaverlag sind gewalttätiger, verachtender, brutaler. Die Bücher aus dem Festaverlag sind aber auch mit einer Altersempfehlung ausgestattet. Etwas, dass man auf den heutigen Bestsellern vermissen muss.

Es ist möglich, auf jeder DVD diese Empfehlung abzudrucken, warum nicht auf Büchern? Es reicht ja hinten, dort wo auch die ISBN steht. Dort kommt es doch nun wirklich nicht darauf an ob da noch eine Zahl steht und das Genre in das dieses Buch eingeordnet werden sollte.

„Bloß keine Altersempfehlung, dann werden die Bücher verstümmelt und gekürzt.“ wurde mir in einer Facebookdiskussion zu dem Thema entgegnet. „Das ist die Sache der Eltern, welche Bücher sie ihre Kinder lesen lassen.“ Gehört auch dazu und nicht zu vergessen. „Nur weil ICH das lese, heißt das ja noch nicht, dass ICH das normal finde.“

Nein DU findest es nicht normal. Die Tochter der Nachbarin, deren Mutter nicht viel ließt und dieses hübsche Buch mit dem süßen Namen „Paperprincess“ gefunden hat vielleicht schon? „Ach ein Mädchen, dass in einer Bar arbeitet und das Glück hat von einer reichen Familie aufgenommen zu werden. Wird wohl eine romantische Cinderellastorry sein“ Denn das steht auf dem Klappentext. Da steht nichts davon, dass die junge Dame in der Bar strippt. Da steht nicht, dass es in dem Buch zu sexuellen Übergriffen kommt, die man in der Buchwelt leider nicht ansprechen darf, sonst ist man neidisch und beschwert sich über den Erfolg nicht über das Buch. Das dieses Buch in meiner Buchhandlung aber nicht wie im Piper Katalaog bei Erotischen Geschichten einsortiert, sondern liegt mitten im Raum, bei den anderen Verkaufsschlagern das ist bei uns der Tisch zwischen Regional- und den Kinderbüchern …

Ja das Buch ist bei Piper klar eingeordnet. Aber wäre es so schlimm auf der Rückseite einen Vermerk zu haben, in welches Genre dieses Buch gehört? Wäre es so fürchterlich, wenn der Verlag KEINE Rezensionsexemplare an jugendliche Blogger schickt?

Um das Zitat von Voltaire einmal zu missbrauchen und leicht abzuändern.

Vielleicht mag ich nicht, was du liest. Aber ich werde mich dafür einsetzten, dass du es lesen darfst.

Die einzige Bitte die ich dabei habe sind diese Kennzeichnung des Genres und eine klare Altersempfehlung auf den Büchern, das kann doch nicht zu viel verlangt sein?

Für mich selbst habe ich beschlossen in meinen Rezensionen ab heute anzuhängen, ob ich das Buch für jugendliche Geeignet finde oder nicht. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn ich denke das Marketing greift ein weiteres mal ins Klo und ich werde auch weiterhin darauf hinweisen, was genau mir da nicht so gut gefallen hat.

Ich werde mit einbeziehen, wo ich diese Bücher gekauft und wie ich darauf aufmerksam geworden bin und vielleicht, vielleicht können wir alle zusammen (damit spreche ich auch die Verlage und Buchhändler, sowie Autoren an) eine Regelung finden, die für uns alle akzeptabel ist.

Die Vielfalt ist wichtig für die Buchwelt. Der Schutz ist wichtig für unsere Kinder, lasst uns beides vereinen.

So. Das waren meine Gedanken zu dem Thema.

Ich wünsche ein wundervolles verlängertes Wochenende und überlege schon mal ob ich ein Buch von meinem WochenSuB oder eines der zwei heute neu gekauften lesen werde?

P.S. Beide der neugekauften aus einem Spielzeugladen, mal sehen was ich dieses mal dazu zu sagen habe.

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