Ivo Pala – Schwarzer Horizont ♥♥♥♡♡

Ivo Pala – Schwarzer Horizont

Seit dem Weltendonner herrscht überall ewige Nacht. Asche verdunkelt den Himmel, die Welt wird zunehmend eisiger. Äcker und Felder sind tot; nichts wächst mehr. Menschen verhungern auf den Straßen. Andere verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise. Zwei Hochkulturen, Twyddyn und Milara, bekämpfen einander zu Land und See um die letzten Ressourcen und die Macht auf dem neu entdeckten, geheimnisvollen Kontinent Kutera. In einem Sturm aus Schlachten und Intrigen trotzen der Krieger Raymo, die Sklavin Lizia und der Mönch Ash ebenso der feindseligen Natur wie ihrem unbarmherzigen Schicksal. Der Auftakt zur ‚Dark World Saga‘: Ein düsterer, actiongeladener Fantasy-Roman mit hohem Blutzoll

 

Nach einer Empfehlung meines Bücherdealers habe ich  mich an den neusten „Ivo Pala“ gewagt. Vom Namen her dachte ich an einen russischen Export und die gefallen mir oftmals erstaunlich gut, so hatte ich zum Beispiel „Wächter der Nacht von Sergej Lukianenko“ nur so verschlungen.

Was ich auch nur so verschlungen habe waren die „Das Lied von Eis und Feuer“ Bücher, geschrieben von dem mittlerweile allseits bekannten und gefürchteten Autor George Martin, den ich unter keinen Umständen meine Hochzeit planen lassen würde.

Aber ich bin hier um über Ivo Pala zu schreiben.

Am Anfang des Buches vielen mir ein paar schwer gestellte Sätze auf. Oder auch Sätze die ich anders geschrieben hätte, was ich auf eine schlampige Übersetzung geschoben habe. (Woher soll ich denn wissen, dass der gute Mann Berliner ist?)

Was mir seit George Martin auffällt, ist das die Fantasyromane blutiger, düsterer, fieser, grauer, grausamer werden. Vielleicht hat „Game of Thrones“ diesen Damm geöffnet und die Autoren wagen sich endlich an den blutigen Fantasy, in dem eine Frau mehrfach der Vergewaltigung entgegen sieht, und das auch nur, wenn sie Glück hat. Vielleicht schlummerten diese Welten in denen die Protagonisten Menschenfleisch essen müssen um zu überleben schon lange in den Autoren, vielleicht ist es aber auch  ein wenig „wir müssen schocken um gelesen zu werden“

Etwas, dass mir schon bei der „Nachtengel“ Trilogie von Brent Weeks aufgefallen ist. Und den krassen Gegensatz zu den ganzen „Mädchen trifft Jungen und gibt ihr Hirn ab, muss aber die Welt vor den Glitzerelfen retten“ Bildet.

Warum ich das hier schreibe?

Das ist einfach. Auch in diesem Buch geht es sehr düster zu. Die Welt wurde vom „Weltendonner“ erschüttert. Es ist zwei Jahre her, als die Sonne das letzte Mal durch die grauen Wolken kam und die Welt geht nach und nach zu Grunde. Oder ist bereits zu Grunde gegangen, ganz wie man es sehen mag.

Die Menschen kämpfen um ihr Überleben, mit allen Mitteln. In den Städten heißt dies, dass schutzlose Obdachlose von den Straßen entführt werden um in den Kochtöpfen der Nation zu landen.  Auch unsere Protagonisten haben es nicht unbedingt leicht. Drei haben wir hier, deren Weg durch diese Welt wir begleiten dürfen.

Da ist die Sklavin Lizia die nur zwei Optionen hat, sich einem grausamen Schicksal zu fügen oder ihren Mut zusammenzunehmen und in der Welt um ihr Überleben zu kämpfen.  Ihr Weg kreuzt sich, zufällig mit Raymo, einem Adeligen.

Am Tage des Weltendonners starb seine ganze Familie, die Zufällig auf einer Einstürzenden Klippe stand und er ist auf der Suche nach Arbeit, denn von seinem Adel ist nichts geblieben. Dann haben wir da noch Ash. Den Mönch, Gott greift nach ihm, führt ihn an den Rande der Welt um die Sonne wieder zu bringen.

Die Geschichte zu lesen hat mir durchaus Spaß gemacht. Obwohl es erstaunlich viele Zufälle gibt.

Gut herüber gebracht hat Herr Pala die Verzweiflung, die nach 2 Jahre ohne Sonne herrscht. Die Tatsache, dass die Lebensmittel knapp werden, dass die Menschen verzweifelt werden. Die Auswirkungen, die dies auf die Gesellschaft hat. Auch, dass der Adel noch lange nach dem gemeinen Volk an gedeckten Tafeln sitzt … was die da wohl essen?

Gefallen hat mir auch das Zwiegespräch zwischen dem Mönch Ash und seinem Gott, dem Gott. Auch wenn das höhere Wesen sich teilweise wie ein Zweijähriger aufführt. Eigentlich eher, wie ein Zweijähriger, der einen Lolli will.

Ansonsten kann man über Ash leider nicht viel sagen, denn besondere Tiefe hat er nicht entwickelt. Zwar macht er sich hin und wieder Gedanken darüber, ob das nun der richtige Gott ist, dem er da folgt, aber nicht genug um ihn wirklich in Frage zu stellen. Eigentlich ist die Figur Ash lediglich wichtig, um uns den Gott näher zu bringen. Zumindest bis jetzt ist sie das. Wie sich das in dem nächsten Band entwickeln wird sei dahin gestellt. Er war auch der Protagonist, dem die wenigste Buchzeit gegönnt wurde.

Etwas übertrieben fand ich, wie oft Lizia ihrem Schicksal entgeht. Ja es ist eine harte Welt, aber gerade deswegen ist zu erwarten, dass das Böse irgendwann passiert. Ich denke wir stoßen hier an eine Grenze, die der Autor nicht überschreiten will, warum er sie dann überhaupt eingebaut hat und das nicht einmal, sondern gleich vierfach? Das Stilmittel funktioniert nach einiger Zeit einfach nicht mehr, wenn die Protagonistin immer wieder mit dem Schrecken davon kommt. Auch ihr Wandel von „unschuldige unterste Sklavin die sich nicht einmal traut im dunklen vom Apfelmus zu naschen“ zu „okay, ich schlag der Frau jetzt den Schädel ein und höre erst auf, wenn man ihr Gesicht nicht mehr erkennen kann“ war ziemlich abrupt.

Nachtrag zu Lizia, es war fünf Mal und einmal ist es passiert, was aber unter geht, dennoch nicht weniger zählen sollte. Es hat jedoch innerhalb des Buches keine weitere Bedeutung, sie verschwendet keinen weiteren Gedanken daran. Es geht so sehr unter, dass ich es fast im Nachhinein übersehen hätte. Muss an dem folgenden Karussell gelegen haben.

Zum Schluss bleibt noch Raymo. Aus dem ich auch nicht so ganz schlau werde. Einerseits wird erzählt, dass er vor 2 Jahren noch ein verhätschelter, junger Adeliger war, dessen ganze Familie, samt zukünftiger Braut und Brautsvater beim Weltendonner ums Leben kam. Kennenlernen wir ihn jedoch zwei Jahre später als durchtrainierten Krieger, der einen überragenden Überlebenswillen zeigt und selbst mit schwersten Verwundungen noch kämpfen und natürlich auch siegen kann.  Aus ihm wurde irgendwann in den zwei vergangenen Jahren ein Krieger, der alles opfert um die zu beschützen die ihm am Herzen liegen.

Zum Schluss ist die Situation aller drei auswegloser als zu Anfang und dass will nun wirklich etwas heißen.

Fazit. Das Buch hat durchaus Spaß gemacht, auch wenn einige „Schocker“ doch sehr als „Schocker“ gekennzeichnet waren. Es hat einige Seiten gedauert, bis ich in die Welt eingetaucht bin, dann habe ich es jedoch in einem Rutsch durchgelesen, wie ich es mit den meisten Büchern tue. Ich werde auch definitiv den nächsten Teil lesen, sobald dieser Erscheint. Einfach weil ich wissen will, ob es genauso vorhersehbar weiter geht wie es begonnen hat, oder ob die Figuren noch an Tiefe gewinnen. Und, es hat durchaus Spaß gemacht … Ja Elá, ich weiß, es klang eigentlich anders.

Vermutlich wird es Zeit mal wieder einen David Eddings zu lesen. Ich Empfele hierbei die „Belgariad Saga.“ Beginnend mit „Kind der Prophezeiung“ (Definitiv 5 Sterne)

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