Die AfD und die Buchmesse

Die AfD und die Buchmesse

book-fair-678258_640Absage der Buchmesse Leipzig.

Gerade geht es durch alle Social Media Netze. Das BAfmW sagt die Teilnahme an der Buchmesse in Leipzig ab.

Es ist nur ein Stand. Aber er wird fehlen. Warum es so weit kommen konnte?

Ganz einfach. Es liegt an dem Wahlergebnis. Es liegt daran, dass die Betreiber des Bundesamts für magische Wesen sich nicht sicher fühlen, in einem Bundesland in dem jeder fünfte die AfD gewählt hat.

Ob man die AfD gut findet sei dahin gestellt. Ich finde es nicht vertretbar, dass seit 1945 das erste Mal wieder eine rechte Partei im Bundestag sitzt und auch ich habe hin und wieder ein mulmiges Gefühl, wenn ich an die 442 (ca. 9,8 %) Personen in meiner Heimatstadt denke, die für die AfD gestimmt haben. Aber schlussendlich stehe ich zu dem was ich sage:

Ich bin für Integration. Ich bin dafür JEDEN zu integrieren und dazu zählen AfD Wähler nun einmal auch. Was bringt es, dass ich mich dafür einsetzte, dass Flüchtlinge richtig integriert werden, wenn dafür die Einheimischen ausgeschlossen werden? Was bringt es Mauern zu errichten, wo wir Brücken brauchen? Wäre es nicht ein viel stärkeres Bild gerade jetzt auf diese Messe zu gehen, gerade jetzt klarzustellen: „Du hast deine Meinung, das ist in Ordnung, aber vielleicht willst du Teil unserer offenen Gemeinschaft sein? Vielleicht willst du mal reinschnuppern und dann sind wir für dich da.“

Wir haben Angst davor, dass die AfD überhand nimmt. Aber schlussendlich sind doch wir diejenigen, die etwas dagegen unternehmen können. Wir sind diejenigen die zeigen können, dass es eben doch geht. Das eben nicht alle AfD Wähler dumm und ungebildet sind. Das eben nicht alle Asylsuchenden Terroristen sind. Das wir alle zusammen auf dieser Welt, auf diesem Kontinent und sogar in diesem Land leben können, ohne einander dabei niederzumachen.

Ich werde auf der Leipziger Messe sein. Dieses Jahr für ganze drei Tage, wobei ich mir an einem gerne die Stadt ansehen möchte. Ich freue mich total darauf viele, offene Menschen aus ganz Deutschland, teils sogar aus der ganzen Welt zu treffen. Denn vielleicht sollten wir anstelle die „bösen“ Ostdeutschen zu verteufeln einfach mal das richtige tun und sie mit einbeziehen, sie mit integrieren, denn das Problem ist nicht der Ostdeutsche. Das Problem sind die Ängste von 13 % der Deutschen, die man nur nehmen kann, wenn man in einen Dialog tritt, anstelle sie hinter einer Mauer zu verstecken.

Hier geht es zu der Absage:

BAfmW sagt Teilnahme an der Leipziger Buchmesse – Manga Comic Con 2018 ab

17 Kommentare


  1. In Leipzig selbst wirst du eine bunte Mischung von Menschen treffen. Aber fahr mal raus auf‘s „platte Land“…

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    1. 30 oder gar 40 % sind nicht die Mehrheit. Stammtischparolen findet man überall, was auch zu finden ist der Wiederstand. Egal wie klein.
      Mit Hasspredigen und Beleidigungen ist diese „Schlacht“ nicht zu gewinnen. Daher setze ich weiter auf Integration und Dialog.
      Ich hoffe, dass viele diesem Beispiel folgen.

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  2. Ich hab beruflich regelmäßig in Thüringen und Sachsen zu tun und fühle mich dort im Allgemeinen nicht unsicherer als anderswo in Deutschland.

    Natürlich habe ich diese Absage für die Leipziger Buchmesse schon mitbekommen. Selbstverständlich darf das jeder für sich entscheiden und wenn sich jemand nicht sicher fühlt, muss er danach handeln und ich werde subjektive Empfindungen nicht diskutieren, weil das jeder nur mit sich selbst ausmachen kann.

    Aber ich unterschreibe auch Deinen Beitrag hier voll und ganz! Den Rechsradikalen das Feld zu überlassen, ist die falsche Reaktion. Wir müssen einen Gegenpol setzen, der aufgeschlossen und integrativ ist, der zeigt, wie man auch positiv und freundschaftlich miteinander umgehen kann – und gerade auf so einer großen und internationalen Veranstaltung wäre die Bühne dafür perfekt gewesen. Schade, dass das BAfmW diese Chance nicht gesehen hat bzw. die Teilnehmer sich haben verunsichern lassen.

    Ich hoffe, die Leipziger Buchmesse 2018 (und auch alle folgenden) wird eine bunte und positive Veranstaltung, auf der neue Kontakte geknüpft werden und sich evtl. vorhandene Gräben schließen lassen.

    Liebe #litnetzwerk-Grüße
    Gabi

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    1. In irgend einem Post hatte ich gelesen, dass der ein oder andere Stand absagt, da sie nicht neben Verlagen stehen wollten, die rechtes Gedankengut verbreiten. In wiefern das Stimmt kann ich allerdings nicht sagen.

      Alles liebe
      Kani

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      1. Ich könnte verstehen, dass man nicht neben einem Stand mit rechtsradikalen Büchern und Parolen ausstellen will. Ich hab das nicht mitbekommen, aber vielleicht hätte es die Möglichkeit gegeben, den Stand zu wechseln. Dass man die ganze Messe und die ganze Stadt meidet, finde ich schade.
        LG Gabi

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  3. Hey!
    Da kann ich dir zustimmen, danke für diesen interessanten Artikel und das Teilen deiner Gedanken.
    Ich glaube, dass diesen Aspekt leider viele Menschen aus den Augen verlieren.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Toleranz geht in beide Richtungen. Das Vergessen wirklich sehr viele. Nur weil man eine andere Meinung hat heißt das nicht, dass man ausgegrenzt werden sollte.

      Alles Liebe
      Kani

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  4. Tja, wie heißt es so schön „Jedem Tierchen sein Plaisierchen“. Es ist schade, aber dann ist es so.
    Ich allerdings will mit AfD’lern nichts zu tun haben. Ja, ich bin für Integration, aber da hört meine Toleranz auf. Aber das nur am Rand.
    LieGrü
    Elena, die die ganze Sache total verpennt hat

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    1. Ich finde das schwer. Wir erwarten, dass die AfDler toleranter werden. Dass sie ihren Horizont erweitern und sich den Themen mit offenen Augen nähern. Daher ist es wichtig das gleiche zu tun. Schlussendlich wäre ich nicht besser, als ein intoleranter Rechter, der den Asylsuchenden nur verteufelt, weil er an etwas anderes glaubt.
      Demokratie und Integration müssen gelebt werden nur so haben wir die Chance auf ein friedliches Leben. 🙂

      Alles LIebe
      Kani

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  5. Ich habe das gar nicht mitbekommen. Aber ja, das ist auch eine Frage, mit der wir uns nun langfristig beschäftigen müssen.
    Hier in Leipzig selbst ist es ja zum Glück noch durchmischt. Aber das Umland… na ja..
    Es ist schon traurig. Wollen wir hoffen, dass die Menschen irgendwann ihre Angst und Unsicherheit abschütteln und sich die Politik und das Verhalten dieser netten „Partei“ ganz genau angucken…
    VG Jennifer

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    1. Teile dieser Politik sind einfach nur zum Kopf schütteln, sie verstecken es zwischen der Behauptung für den kleinen Mann da zu sein. Schlussendlich macht die AfD jedoch nur Politik für Konzerne. Vieles was sie vorschlägt würde ihren aktuellen Wählern ja schaden. Solange dies jedoch richtig formuliert ist ….

      Alles Liebe
      Kani

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      1. Sehr treffend! Aber das traurige ist ja, dass die Wähler das irgendwie nicht merken. :/
        Ich bin gespannt, ob die rechten Verlagen nun noch mehr Auftrieb bekommen. Wirst du einen ähnlichen Beitrag zur Frankfurter Buchmesse machen?
        VG Jennifer

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        1. Ich würde zu dem Thema gerne ein paar Beobachtungen schreiben. Leider ist mein Babysitter abgesprungen, wesshalb ich nicht vor Ort sein kann. Dafür wird es nach Leipzig etwas dazu geben.

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          1. Wie schade! Falls mir in Frankfurt etwas auffällt, schreibe ich es dir vielleicht 🙂
            VG Jennifer


          2. Cool danke dir!


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